Thursday, 14. october 2010 4 14 /10 /Okt. /2010 03:25

Da bin ich mal wieder. Ich habs genau ausgerechnet. Inclusive einem Schaltjahr bin ich heute 1.000 Tage rauchfrei. Oder besser gesagt fast rauchfrei.  Ich gebe es zu. In den Letzten, mehr als zwei Jahren habe ich etwa fünf Zigarrenn geraucht. Klar, dass ich auch versucht habe einen Lungenzug zu machen, das wäre aber jeweils zu heftig gewesen.

Situationsbedingt (natürlich in der Kneipe) gab es auch mal einen Zigarillo - und das auch mal zwischendurch mit einem tiefen Lungenzug.

Vor einem halben Jahr ist mein Vater verstorben und vor Kurzem auch meine Mutter. An dem Abend, an dem meine Mutter überraschend verstarb habe ich dann sogar zwei  und am Abend der Beerdigung drei Zigaretten geraucht.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass mir umgehend schlecht wird - aber nein, sie haben sogar verdammt gut geschmeckt.

Am nächsten Tag allerdings hatte ich zum Alkoholkater auch noch Kopfschmerzen und dfas Gefühl, ich würde zu wenig Luft bekommen.

Nein, nein, das ist einfach nichts mehr für mich.  Götzi ist sicher kurz aufgewacht, aber ich lass das einfach wieder.

Ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Aber wieder mit dem Rauchen anfangen, das ist einfach nicht mehr drin.

Immerhin bin ich konsequent geblieben und habe jeden Tag, seit dem Tag X, zehn Euro weggelegt. Diese, meine Nichtraucherkasse habe ich immer noch und ich liebe sie. Natürlich greife ich immer wieder in sie hinein, um mir irgendetwas zu kaufen. Deshalb kommt da nie eine richtig grosse Summe zusammen. Aber, da ich jetzt zum Beispiel Weihnachten keine Eltern mehr habe, habe ich für diese Zeit für mich und meine Tochter ein paar Wellness-Tage in Prag gebucht. Bezahlt aus der Nichtraucherkasse.

Zehntausend Euro - man muss sich das mal wirklich im Mund zergehen lassen - das ist das Geld, das ich definitiv durch meine Lungen geheizt hätte, wenn ich vor zweieinhalb Jahren nicht zum Rauchen aufgehört hätte.

Allein das ist wirklich ein massiver Grund nicht mehr anzufangen. Endlich habe ich die Freiheit, mein Geld dafür zu verwenden, um mir eindeutig Gutes zu tun.

Es ist ja gar nicht so lange her, da hatten wir in Bayern den Volksentscheid über das Nichtraucherbegehren. Mein Gott, wie haben sie lamemntiert und die "Libertas Bavarica" herausgestellt.

Als wenn Rauchen auch nur das Geringste mit Freiheit zu tun hätte. (Auch wenn die Zigaretten-Industrie uns gerne anders belehren würde).

Ich fühle mich wirklich frei. Und ich will es auch nicht mehr Anders haben.

Wenn Ihr auf diesem Blog landet, dann wahrscheinlich deshalb, weil Ihr Euch gerade auch mit dem Thema "Rauchen Aufhören" beschäftigt.

Ich kann Euch nur sagen, auch wenn das Euem Götzi in Eurem Kopf jetzt sicher gar nicht gefällt, zieht es durch!!

Lasst Euch durch nichts verunsichern. Sucht die Methode,  mit der Ihr am Besten klar kommt und dann legt los.

In meiner Anfangsaufhörphase war ich auch im Internet in diversen Foren unterwegs. Damals tobte da ein erbitterter Krieg zwischen den Kaltentzüglern und den Nutzern von Nikotinersatzmitteln. Die Kaltentzügler, also diejenigen, die einfach von Heute auf Morgen aufhörten verachteten alle, die Nikotinpflaster oder ander Hilfsmittel benutzten. Die waren quasi die Warmduscher und Beckenrandschwimmer.

Interessanterweise waren die Kaltentzügler die agressiveren.

Von der Wahrscheinlichkeit her, haben es von denen nur ca. drei Prozent geschafft. Der Rest raucht schon längst wieder und schiebt seinen Frust vor sich her.

Was ich damit sagen möchte. Ich als Schattenparker habe die sanfte Methode gewählt und es auch geschafft.

Sucht Euch deshalb einen einen erfolgversprechenden Weg und überstürzt nichts.

Ich persönlich kann Nikotinersatzmittel nur empfehlen., Ich weiss nicht, ob das Champix, jetzt nach über zwei Jahren überhaupt noch aktuell ist, aber bei mir hat es tatsächlich funktioniert.

Am Ende winkt die Freiheit.

 

Das Thema Rauchen ist ja für mich jetzt eigentlich abgeschlossen. Ich werde aber trotzdem in unregelmässigen Abständen in diesem  Blog weiter schreiben.

von volkerwinter - veröffentlicht in: Raucherentwöhnung - Community: RAUCHERENTWÖHNUNG
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Thursday, 25. september 2008 4 25 /09 /Sept. /2008 03:46
Bevor meine Tochter vor vielen Jahren in die Schule kam, nutzten wir noch einmal die Möglichkeit, ausserhalb der Schulferien in den Urlaub zu fahren. Wir reisten für ein paar Tage in den Europapark nach Rust. Damals rauchte ich nicht und konnte mir das leisten.

Ich hatte ihr versprochen, das eines Tages zu wiederholen. Aber es war mir dann doch immer zu teuer.

Dieses Jahr hat sie ihr Abitur gemacht und es war ihre Idee den Zyklus abzuschließen und am ersten Schultag wieder nach Rust zu fahren. Diesmal habe ich ohne zu zögern zugesagt, denn meine Nichtraucherkasse hat das locker hergegeben. So konnte ich mir von dem Geld, dass ich sonst einfach in die Luft geblasen hätte, ein paar wirklich nette, vergnügliche Tage machen. Das ist wahre Lebensqualität.

Zwei Tage hat es gedauert, bis wir uns an den "Silver Star", Europas größter Achterbahn, herangewagt haben. Das Ding ist wirklich verdammt hoch. Klar, es kann überhaupt nichts passieren, aber als wir in der Schlange standen, war uns dann doch ganz schön mulmig. Die steile Fahrt nach oben empfand ich als ziemlich unangenehm und ich hoffte, wir kämen bald am Gipfel an. Der Rest war dann gar nicht mehr so schlimm. Wir lachten und waren stolz darauf, dass wir den Mut für den ersten Schritt gehabt hatten.

Wenn ich jetzt Raucher treffe und ihnen erzähle, dass ich selbst damit aufgehört habe. Dann gratulieren mir die meisten und ich ernte Bewunderung dafür, dass ich den Mut zu diesem Schritt aufgebracht habe.

Irgendwie ist das ähnlich der Achterbahn. Man weiß genau, wenn man den Rauchstop durchzieht, daß einem überhaupt nichts passieren kann. Es zerreisst einen nicht in der Luft, man platzt nicht, man lebt nach einer gewissen Zeit sogar deutlich besser weiter als vorher. Trotzdem hat man einfach nicht den Mumm, diesen Schritt zu wagen.

Dabei ist es nur für eine Kurze Zeit unangenehm und dann kann man sich der  Bewunderung und Anerkennung der Anderen sicher sein. Ist doch cool, oder?
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Tuesday, 9. september 2008 2 09 /09 /Sept. /2008 03:48
Die Tatsache, dass ich nun schon so lange nicht mehr in diesem Blog geschrieben habe, begründet sich nicht dadurch, dass ich wieder mit dem Rauchen angefangen habe, sondern vielmehr damit, weil dieses Thema immer unwichtiger für mich wird.

Ja, es ist wahr. Ich bin jetzt seit acht Monaten Nichtraucher.

Um an meinen letzten Artikel anzuknüpfen:

Es gab tatsächlich einen "Champixentzug". Plötzlich fühlte ich mich um mindestens einen Monat zurückgeworfen. Die Lust zum Rauchen war wieder wesentlich stärker und häufiger,

Aber das ging nach etwa zwei Wochen wieder vorüber. Also liebe Champix-Anwender bereitet Euch darauf vor, dass Ihr nochmal durch einen kleinen Entzug durch müsst. Allerdings hat man ja dann schon die Erfahrung und kann besser damit umgehen.

Danach wurde das Nichtrauchen Monat für Monat immer mehr zur Routine. Was auch seine Tücken hat. Man ist immer weiter vom Rauchen weg und vergisst, was man am Anfang gelitten hat. Plötzlich wäre es im Grunde gar nicht so schlimm, mal eine zu Rauchen. Nur mal so. Man ist ja schliesslich nicht mehr süchtig.Der Kobold im Gehirn gibt nicht auf, Das wird er wohl nie.

In meinem Umfeld haben mehrere Ex-Raucher wieder angefangen. Die Wiedereinstiegs-Story ist immer gleich. Am Anfang raucht man nur ab und zu mal eine. Das funkioniert  sogar eine Zeitlang ganz gut. Das ist ja der Wunschtraum eines jeden Suchtrauchers. Aber Götzi ist dann schon wieder geweckt worden. Zuerst wird nur geschnorrt., aber Irgendwann kauft sich jeder dann wieder ein Schachtel. Und das war`s dann.

Die Freundin, die mit mir zusammen aufgehört hat ist leider diesen Weg gegangen. Ich bedaure das sehr.

Ich hatte mehrere Krisen, gerade dadurch, dass meine Freunde wieder anfingen und dann auch vor der Kneipentür standen. Mehrmals hatte ich den Punkt:  " Nur mal wieder eine probieren".

Inzwischen ist mir aber klar geworden, dass das Ganze eben einfach eine unglaublich bescheuerte Sucht ist. Sobald man dem eigenen Suchtzentrum die Information Nikotin wieder gibt, fangen die Mühlen wieder an zu mahlen. Zuerst langsam, dann immer schneller. Schon war das ganze Leiden völlig umsonst.

Die einzige Chance ist, konsequent Nein zu sagen.

Bis jetzt habe ich das geschafft und es wird auch immer leichter.

Im Übrigen lege ich nach wie vor täglich zehn Euro weg und habe mir davon schon einiges geleistet.

Wäre wirklich schade, wenn ich darauf verzichten und das schöne Geld wieder in die Luft blasen würde.

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Thursday, 20. march 2008 4 20 /03 /März /2008 05:47
Nur ein kurzer Zwischenbericht:

Weiterhin säbele ich mit dem grossen Messer die eh schon so kleinen Tabletten in zwei Teile. Bis gestern habe ich noch zwei halbe Tabletten am Tag genommen,  jetzt nur noch eine.

Drei Tage noch, dann sind sie entgültig aufgebraucht und ich wirklich giftfrei.

Ich habe tatsächlich ganz diffuse Entzugserscheinungen, die schwierig zu schildern sind.

In den letzten Nächten habe ich intensiv vom Rauchen geträumt und tagsüber ist plötzlich wieder das Gefühl ganz massiv da, dass mir einfach irgendwas fehlt. Ich atme immer wieder ganz, ganz tief durch, aber im Grunde ist es nicht mehr das Rauchen, was mir abgeht, sondern irgend etwas, das ich nicht beschreiben kann. Ich denke auch nicht  im Traum daran, wieder mit dem Rauchen anzufangen.

Irgendwie hat Champix seine eigene Ersatzsucht in meinem Gehirn aufgebaut und wohl auch dafür gesorgt, dass die Dopamine und andere Glücksbringer weiterhin ausgestreut wurden. Die fehlen mir anscheinend jetzt plötzlich.

Aber das ist kein ernsthaftes Problem. Ich zieh das jetzt durch und dann ist endlich Schluss mit der Sucht.

Drei Tage noch!



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Thursday, 13. march 2008 4 13 /03 /März /2008 03:42
Jetzt habe ich schon eine lange Zeit nichts mehr in diesem Blog geschrieben.

Das liegt daran, dass es mir einfach nicht mehr so wichtig ist.  Die dramatische Anfangsphase ist überstanden und das Nichtrauchen wurde zur Routine. Am Anfang zählt man die Stunden, dann die Tage, irgendwann die Wochen und ich hoffe bald nur noch Monate und dann überhaupt nicht mehr. Jedem , der kurz vor dem Aufhörentzschluss steht, sollten diese Zeilen Hoffnung geben, dass es wirklich zu schaffen ist.

Jetzt, nachdem zwei Monate vorüber sind, kann ich schon sehr, sehr gelassen auf die Zeit zurücksehen, die ich hinter mir habe. Ich wusste genau, dass die Angelegenheit nach diesem Zeitraum weitgehenst gelaufen ist. Aber wie sehr habe ich mich anfangs danach gesehnt. Ich kann mich noch gut an den Satz erinnern: `Hundert Stunden sind geschafft, wären es denn schon hundert Tage!`.

Hundert Tage habe ich noch nicht, aber keinerlei Zweifel daran, dass ich diese nicht auch noch schaffe.

Götzi, mein kleiner Suchtgnom in meinem Gehirn meldet sich immer mal wieder. Aber er ist sehr, sehr ruhig geworden. So langsam gibt er auf. Interessannterweise ist er urplötzlich wieder da, wenn ich in eine Situation komme, in der ich seit über zwei Monaten nicht mehr war, aber damals eine geraucht habe. Umgehend greife ich in die Tasche um eine Zigarette heraus zu holen, freue mich darauf, um dann festzustellen: Das ist vorbei! Aber auch diese Situationen werden immer seltener und nach und nach aus meinem Gehirn gebrannt.

Allerdings bin ich immer noch nicht giftfrei. Ich nehme ja noch Champix.

In der letzten Zeit habe ich öfter mal  vergessen meine Dosis einzunehmen und jedesmal bemerkt, dass es mir eigentlich gar nichts ausgemacht hat. Deshalb habe ich heute beschlossen, nun dieses Mittel langsam abzusetzen. Für alle, die mehr über Champix wissen wollen, möchte ich nun einmal ausführlich über meine Erfahrungen berichten.

Bevor ich mich für dieses Mittel entschieden habe, habe ich ausführlich im Internet recherchiert, welche Aufhörmethode am meisten Erfolg verspricht. Trotz der erheblichen Warnungen vor Nebenwirkungen habe ich mich dann für Champix entschieden und das ganze als Selbstversuch gesehen. Ich dachte mir, abbrechen kann ich ja immer noch.

Ich begann mit dem Starterpaket (55.-- Euro). Man fängt mit einer leichten Dosis an, die binnen weniger Tage gesteigert wird. Nach einer Woche ist man auf der vollen Dosis und nimmt diese eine weitere Woche lang.

In der ersten Woche raucht man noch normal weiter und sollte dieses aber während der zweiten Woche (volle Dosis) einstellen. Der Effekt von Champix ist, dass das Nikotin während man noch raucht im Suchtzentrum des Gehirns keine Wirkung mehr erzielt.

Tatsächlich verringerte sich meine akute Rauchlust bereits ab dem ersten Einnahmetag. Die Zigaretten schmeckten zwar nach wie vor, aber der Lungenschmand blieb aus. Ich habe die ganzen ersten 14 Tage noch weitergeraucht. Nachdem die eigentliche Sucht aber nicht mehr so stark war, nach und nach reduziert. Am 15.ten Tag habe ich dann fast ganz aufgehört, aber nur fast.

In diesem Blog habe ich das nicht gestanden, aber es ist doch wichtig.

Ich hatte ja schon einmal mit Nikotinpflastern aufgehört. Am Tag X waren aber noch einige Zigaretten übrig. Für meine letzten Rauchertage habe ich damals jeden Tag kurz vor dem Schlafen noch eine einzige letzte Zigarette geraucht, solange bis die letzte Schachtel dann auch leer war. Und diese Zigarette war jedes mal der absolute Hammer. Ich hatte einen Flash durch den ganzen Körper. Ich glaube, das waren die besten Zigaretten, die ich in meinem ganzen Leben geraucht habe.

Diesmal habe ich das gleiche wieder gemacht. Solange ich noch Vorrat hatte, jeden Abend eine Zigarette und zum Schluss auch noch den Zigarillorest. Aber der Flash blieb diesmal aus. Alles war schnell aufgeraucht und es war einfach langweilig. Eindeutig ein Erfolg der Wirkung von Champix.

Mittlerweile nehme ich das Medikament seit insgesamt fast zehn Wochen. Die Monatspackung kostet ca. 100 Euro. Es gibt noch die Möglichkeit, sich ein Re-Import verschreiben zu lassen. Das kostet dann nur 97.-- Euro, aber die Apotheken haben es nich direkt vorrätig.

Ich finde, die Kosten tragen sich locker durch die Einsparungen von nicht mehr gerauchten Zigaretten.

Die Nebenwirkungen halten sich zumindest bei mir ziemlich in Grenzen.

Am Anfang war da eine unendliche Müdigkeit. Mag sein, dass das aber allgemein eine Folge des Nikotinentzuges ist.

Für mich am unangenehmsten war eine wirklich tiefe Übelkeit kurz nach der Einnahme. Aber nicht immer. Sie trat eher bei der Morgendosis auf und ganz schlimm, wenn ich nicht gefrühstückt habe. Die Nachtdosis war meistens harmlos.

Ansonsten habe ich zwar immer wieder von den fürchterlichsten Nebenwirkungen gelesen, aber zumindest ich blieb verschont.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde und auch die EU haben vor kurzen noch mal vor Selbstmordgefahr und Depressionen gewarnt, ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich eher gut drauf bin.

Ebenfalls bei den Nebenwirkungen erwähnt sind die "abnormen Träume". Das kenne ich schon von den Nikotinpflastern. Die sind wirklich heftig, aber auch spannend. Ich werde sie sogar vermissen.

Schlafstörungen sind auch noch ein Faktor, aber mir Champix nicht so ausgeprägt wie mit den Pflastern.

Alles in Allem kann ich Champix als Aufhörhilfe nur empfehlen, auch wenn es den Entzug nur lindert. Aber es macht ihn wirklich einfacher.

Trotzdem will ich jetzt weg von den Tabletten. Und ich weiss noch nicht, ob es ja eventuell auch Champix Entzugserscheinungen gibt. Ich habe heute einfach ein Messer genommen und die Tablette halbiert. Ein paar Tage lang werde ich jetzt nur noch die halbe Dosis nehmen und dann noch ein paar Tage ein Viertel.

Weitere Infos hier in Kürze!





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Wednesday, 6. february 2008 3 06 /02 /Feb. /2008 02:38
Nach zweieinhalb Wochen stelle ich nun vermehrt fest, dass ich immer öfters über längere Zeit nicht mehr an das Rauchen denke. Mir sticht nicht einmal mehr jeder Raucher ins Auge.

Götzi verhält sich ebenfalls ziemlich ruhig. Ab und zu randaliert er völlig spontan, aus heiterem Himmel heraus und verlangt nach seinem Stoff. Diese Anfälle sind aber ziemlich rasch wieder vorbei.

Auch spüre ich deutlich. wie sich mein Körper und der Geist mehr und mehr regenerieren. Seit zwei Tagen schlafe ich nicht mehr soviel, weil die Dauermüdigkeit sich zu legen scheint. Die Reha eines ehemaligen Raucherkrüppels macht offensichtlich Fortschritte.

In der Früh muss ich nach wie vor noch Husten, aber in einem wesentlich geringeren Ausmaß. Vor drei Wochen noch hatte ich den ganzen Tag über Dauerhusten.

Psychisch geht es mir ausgezeichnet. Ich habe einige Gewohnheiten in meinem Leben verändert. Ich versuche Stress möglichst zu vermeiden. Anstatt der Zigaretten genieße ich nun auf andere Art.

Nach dem Aufstehen frühstücke ich (das war mir vor kurzem noch völlig fremd). Sobald ich wieder Zeit habe gönne ich mir einen guten Kaffee. Am liebsten von Starbucks.

Ich bin viel unterwegs. Wenn es sich einrichten lässt, sorge ich irgendwo in der Natur für eine Stunde Bewegung. Dabei freue ich mich über meinen wieder gewonnene Geruchssinn und schnuppere nach alen möglichen Düfte. Dazu atme ich die Luft und stelle mir vor, wie wieder vermehrt Sauerstoff durch Lunge und Blutkreislauf in mein Gehirn wandert.

Zu Hause kommt dann der verbesserte Geschmackssinn zum Zuge. Wenn es zeitlich klappt, dann koche ich mir etwas Gutes. Wenn ich weiss, das ich Zeit zum Kochen habe, überlege ich mir schon den ganzen Tag, was ich koche und welche Zutaten ich brauche. Bei weniger Zeit besorge ich mir eine feine Brotzeit. Ein Glas Wein und verschiedene wohlschmeckende Lebensmittel. Vielleicht noch eine Suppe.

Ich esse von Haus aus sehr langsam und lasse jeden Bissen auf der Zunge zergehen. Ein Film aus der Videoethek rundet das ganze ab.

Das ganze klingt ziemlich gefährlich für mein Gewicht. Bis jetzt hält sich das allerdings noch im Rahmen. Ausserdem versuche ich nicht zu fett zu Essen. Den Rest bekomme ich hoffentlich in den nächsten Monaten durch Bewegung in den Griff,

Gerade jetzt im Fasching war ich auch öfters weg und habe Alkohol getrunken. Das ist kein Problem mehr. ich war sogar mehrmals mit netten Raucherinnen vor der Tür und habe gepunktet, weil ich das trotz meiner Entwöhnung so locker genommen habe.

Über Google-Alert habe ich vorhin neue Informationen über eine Warnung der amerikanischen Gesundheitsbehörde vor Champix bekommen. In wenigen Tagen nehme ich dieses Medikament seit fünf Wochen. Dann möchte ich mehr über meine persönlichen Erfahrungen damit berichten.


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Friday, 1. february 2008 5 01 /02 /Feb. /2008 04:41
Wieder einmal ein Tag, von dem ich glaube, dass er der bisher erfolgreichste war. Es geht tatsächlich weiterhin bergauf.

Auch Götzi ist ruhiger geworden.

Götzi heisst so, weil er der kleine Gnom ist, der in meinem Suchtzentrum haust und dem Götzen Nikotin total verfallen ist.

Jahrelang ging es ihm ziemlich gut und es mangelte ihm an nichts. Doch jetzt sind die Zeiten für ihn härter geworden. Am Anfang wurde er ziemlich rabiat, als ich ihm seinen Stoff entzog. Aber jetzt ist er friedlicher geworden und versucht sein Ziel mit anderen Mitteln zu erreichen.

Mein letzter Aufhörversuch scheiterte nach einem halben Jahr, weil ich der Meinung war, ein Zigarillo und ein Glas guten Whisky zum Feierabend, das wäre der pure Genuss und hätte rein gar nichts mit schnödem Zigarettenrauchen zu tun.

Eine Zeit lang funktionierte das sogar. Am Ende qualmte ich aber so viele Zigarillos, dass ich freiwillig wieder auf Zigaretten umstieg um mich nicht gleich umzubringen.

Zwischendurch hatte ich es auch einmal mit Zigarren probiert, die mir aber doch zu heftig waren, sodass ein paar in einer Schublade liegen blieben.

Heute fielen Götzi die Zigarren wieder ein. Schlau wie er ist, versuchte er mich davon zu überzeugen, dass so ein paar Züge von einer Zigarre ja nun wirklich völlig problemlos wären. Insbesonders, weil ich ja sowieso Champix nähme und dadurch eh kein Nikotin in meinem Gekirn andocken könnte.

Ich habe freundlich abgelehnt und die Objekte der Begehrlichkeit zerbröselt. Trocken genug waren sie ja.

Jetzt ist Götzi erst einmal beleidigt und lässt mich seitdem in Ruhe. Mal sehen, was er sich noch so alles einfallen lässt.
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Wednesday, 30. january 2008 3 30 /01 /Jan. /2008 02:31
Gestern war ich ziemlich gut gelaunt und richtig verwundert darüber, dass es mir bereits nach zehn Tagen schon wieder so gut geht. Ich musste die Tage wenig arbeiten und hatte gelesen, dass der Körper in der Enrwöhnungsphase, zumindest am Anfang, möglichst viel Ruhe und Erholung braucht. Es ist eben doch wie die Genesung von einer langen, langen Krankheit.

Also habe ich nur gefaulenzt und möglichst viel geschlafen. Ich habe derzeit sowieso Schlafstörungen, was ich durch einen langen Aufenthalt im Bett ausgeglichen habe. Wozu auch aufstehen, wenn es sowieso keine erste Zigarette mehr gibt. Ich hatte auch nicht das geringste schlechte Gewissen.

Am Sonntag war ich sogar fort  habe Freunde getroffen, getrunken und gar nicht so viel an das Rauchen gedacht. Ich hatte das Gefühl, das schlimmste tatsächlich überstanden zu haben.

Gestern war ich dann mit meiner zweiten Tablette schon etwas im Verzug und auf dem Weg nach Hause. Auf dem Heimweg dachte ich mir, ein Bier könnte eigentlich nicht schaden und ich suchte meine Stammkneipe auf. (Manche mögen lästern, aber ich bin nun mal Single und das ist mein zweites Wohnzimmer). Schließlich war ja auch am Vortag alles gut gegangen.

Oh Mann, bereits nach dem ersten Bier, bekam ich so ein massives Rauchverlangen, dass ich mich blitzschnell aus dem Staub und auf den Weg nach Hause machte. Dort nahm ich sofort eine Champix und  vertilgte jede Menge Salzstangen.

Mein Suchtzentrum ist ziemlich hinterlistig. Zuerst wiegt es mich in Sicherheit und schlägt dann gnadenlos zu. Ich fürchte, wir zwei werden noch einige Kämpfe austragen.

Jetzt bleibe ich wieder brav zu Hause.

Generell merke ich aber jeden Tag eine weitere Verbesserung. Mittlerweilen haben auch meine Raucherfreunde bemerkt, dass es mir offensichtlich ernst ist mit meinem Vorhaben und sie zollen mir durchaus Respekt. Wenn ich jetzt vor einem Gebäude durch die dort versammelten, frierenden Raucher gehe, mache ich dies mit erhobenen Kopf. Inzwischen bemitleide ich sie. Ja, ein bisschen stolz bin ich jetzt schon auf mich. Immerhin versuche ich etwas durchzuziehen, was 90% aller Raucher insgeheim auch wollen, nämlich endlich frei vom Qualm zu sein. Sicher elf Tage sind noch nicht die Welt, aber mir kommen sie verdammt lang vor. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich wäre die letzten Tage in Trance gewesen und fange erst langsam an wieder klarer zu denken. Das Rauchenaufhören ist eben ein psychischer Ausnahmezustand. Aber auch das wird sich mit der Zeit regulieren.

Ich esse auch wieder einigermassen normal und achte so nach und nach auf den Fettgehalt der Speisen. Heute war ich eine Stunde Walken und verzichte auf Rolltreppen und Lifte. Schließlich möchte ich es spüren, dass ich wieder mehr Luft bekomme.

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Sunday, 27. january 2008 7 27 /01 /Jan. /2008 03:40
Die erste Woche ist jetzt rum. Um das noch einmal kurz zu resümieren:

Am schlimmsten waren die ersten drei Tage. Es war für mich die Hölle. Tag vier und fünf habe ich eine leichte Besserung verspürt. Sechs und sieben waren dann wesentlich cooler.

Mein Körper kämpft mit allen Tricks gegen das Unausweichliche. Vorgestern hatte ich einen Alptraum nach dem Anderen und der Gag dabei war, dass ich jedesmal am Ende des Traums, wenn ich meine Verfolger abgeschüttelt hatte, erst mal eine rauchte (Im Traum wohlgemerkt).

Gestern bin ich zum ersten Mal wieder weggegangen und habe mehr als normal getrunken. Aber es war ein erneuter Härtetest und diesmal war es richtig locker. Ich habe den Leuten zu gesehen, wie sie zum Rauchen gingen und mir dabei meine Gedanken gemacht.

Im Grunde gehen sie auf die Strasse um jetzt eine Zigarette zu geniessen. Das ist schöner und besser als vorher, wo man in der Kneipe ja nur eine nach der anderen geraucht hat, ohne es richtig zu registrieren.

Jetzt gehen sie also raus und freuen sich auf den Genuss. Aber es ist kein freiwilliger Genuss, Sie müssen raus. Wenn sie es nicht tun, dann bekommen sie Probleme. Also stellen sie sich bei Wind und Wetter in`s Freie und glauben, es wäre ihre freier Wille.

Ich beneide sie immer noch. Aber in den Gesprächen bekomme ich auch mit, dass sie mich - den inzwischen langweiligen Exraucher - durchaus auch beneiden.

Am Abend war ich bei meiner Ex-Frau und meiner Tochter zum Essen eingeladen. Das ist immer sehr nett, aber da darf nicht geraucht werden. Somit hatte ich in den letzten Jahren bei solchen Einladungen immer ein schlechtes Gefühl. Oh Gott, da kann ich mindestens drei Stunden lang nicht rauchen. Heute war es mir völlig egal und ein wirklich netter Abend. Allerdings hatte ich mehrmals dan akuten Drang zum Rauchen. Warum? Weil ich immer, wenn ich dort war, irgendwann gehen musste, um endlich zu einer Zigarette zu kommen.

Das war immer noch in meinem Gehirn gespeichert. Beim nächsten mal weiss es, dass sich die Situation geändert hat.

So nach und nach muss mein Suchtzentrum jetzt lernen, dass ich nicht mehr nach seiner Pfeife tanze. Langsam aber sicher wird jede gewohnte Rauchsituation aus dem Gehirn wegradiert. Das dauert und ist mühselig aber es funktioniert.

Deshalb jetzt meine Botschaft an alle Leser dieses Blogs, die noch mit dem Aufhörentschluss kämpfen:

Es sind nur wenige Tage bis man das erste Licht am Ende des Tunnels sieht. Es ist wirklich zu schaffen, endlich wieder die Herrschafft über seinen Körper zu gewinnen!



von volkerwinter - veröffentlicht in: Raucherentwöhnung
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Thursday, 24. january 2008 4 24 /01 /Jan. /2008 03:04
Einhundert Stunden sind  überstanden, wenn es denn schon hundert Tage wären!

Aber immerhin muss ich feststellen, dass die akuten Rauchwunschattacken seit gestern leichter und weniger geworden sind.

Wenn sie kommen, dann atme ich tief durch und versuche mich abzulenken. Ich lese viel mehr als vorher. Lesen ist eine gute Ablenkungsmethode.

Gestern habe ich erfahren, dass das Haus, in dem ich seit zehn Jahren zur Miete wohne, verkauft werden soll. Und ich fürchte, der Kaufinteressent führt nichts Gutes im Schilde. Eigentlich der klassische Grund, sich hinzusetzen und erst einmal eine Zigarette zu rauchen. Das hätte allerdings die Situation auch nicht geändert. Also habe ich doch darauf verzichtet. Vielleicht ist es sogar gut so. Nachdem sich momentan sowieso alles ändert, warum nicht auch mal wieder einen Tapetenwechsel.

Ja, mein Leben zeigt tatsächlich Anzeichen von Veränderungen.

Ich nutze meine Zeit anders, gehe früher schlafen und meide den Alkohol. In die Kneipe traue ich mich noch nicht so richtig, bleibe brav zu Hause und schaue DVD"s. Irgendwie nicht gerade ein Künstlerleben.

Morgen werde ich mal vorsichtig in meinem Stammlokal vorbeischauen. Mal sehen, ob es jetzt besser geht.

Zumindest kann ich mich über das ersparte Geld freuen. Da ich täglich 40, manchmal auch 50 Zigaretten geraucht habe, habe ich die Ersparnis auf neun Euro am Tag festgelegt, fünf Tage ergeben somit 45 Euro. Dazu kommen 21 Euro, die ich in der Reduktionsphase weniger geraucht habe (5 x 4,20 Euro), macht bereits 66 Euro. Nicht zu vergessen das nicht verbrauchte Geld durch den Kneipenverzicht. Dafür kaufe ich aber mehr gute Lebensmittel ein. Fettarm, aber sonst nur vom Feinsten.

Demgegenüber stehen die Champix-Kosten. 155 Euro für sechs Wochen. Fehlen also noch 89 Euro. Mir bleibt also gar nichts anderes übrig, als noch zehn Tage durchzuhalten um zumindest plus minus null aus der Sache rauszukommen. Allerdings hätte ich dann umsonst gelitten.

Nochmal zu Champix. Ich bin relativ gross und wiege (noch) ca. 100 Kilo. Deshalb vertrage ich Medikamente (wie auch den Alkohol) ziemlich gut. Ich habe das Gefühl, dass die Wirkung des Medikaments bei mir teils sehr gut ist, nach einigen Stunden aber nachlässt und ich doch heftige Entzugserscheinungen verspüre. Wenn es so ist, wäre es aber auch nicht so schlimm. Vielleicht verspüre ich deshalb keine Nebenwirkungen und das Absetzen von Champix ist dann eventuell auch problemloser.

Auf jeden Fall bin ich immer noch gut motiviert und habe nicht vor aufzugeben. Die Freundin von mir, die mit mir zusammen aufhört, meinte heute, dass sie gestern am liebsten in aller Öffentlichkeit eine Zigarette geraucht hätte. Dazu hätte sie sich ein Schild um den Hals gehängt:" Ich rauche gerne!". Aber sie ist noch dabei.

Überhaupt fallen mir momentan überall die Raucher auf. Als wenn sie es alle absichtlich täten, um mich wieder in ihren Kreis zurückzuholen. Wie eine eingeschworene Sekte. Ich kann hinsehen wo ich will. Irgendjemand zündet sich immer eine Zigarette an und lässt genüsslich den Rauch durch seine Lunge ziehen. Eigentlich müsste ich die Armen, die da in Grüppchen vor den Büros und Lokalen stehen, fürchterlich bedauern. Aber noch beneide ich sie.





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