Donnerstag, 20. märz 2008
Nur ein kurzer Zwischenbericht:

Weiterhin säbele ich mit dem grossen Messer die eh schon so kleinen Tabletten in zwei Teile. Bis gestern habe ich noch zwei halbe Tabletten am Tag genommen,  jetzt nur noch eine.

Drei Tage noch, dann sind sie entgültig aufgebraucht und ich wirklich giftfrei.

Ich habe tatsächlich ganz diffuse Entzugserscheinungen, die schwierig zu schildern sind.

In den letzten Nächten habe ich intensiv vom Rauchen geträumt und tagsüber ist plötzlich wieder das Gefühl ganz massiv da, dass mir einfach irgendwas fehlt. Ich atme immer wieder ganz, ganz tief durch, aber im Grunde ist es nicht mehr das Rauchen, was mir abgeht, sondern irgend etwas, das ich nicht beschreiben kann. Ich denke auch nicht  im Traum daran, wieder mit dem Rauchen anzufangen.

Irgendwie hat Champix seine eigene Ersatzsucht in meinem Gehirn aufgebaut und wohl auch dafür gesorgt, dass die Dopamine und andere Glücksbringer weiterhin ausgestreut wurden. Die fehlen mir anscheinend jetzt plötzlich.

Aber das ist kein ernsthaftes Problem. Ich zieh das jetzt durch und dann ist endlich Schluss mit der Sucht.

Drei Tage noch!



von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung Community: RAUCHERENTWÖHNUNG
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Donnerstag, 13. märz 2008
Jetzt habe ich schon eine lange Zeit nichts mehr in diesem Blog geschrieben.

Das liegt daran, dass es mir einfach nicht mehr so wichtig ist.  Die dramatische Anfangsphase ist überstanden und das Nichtrauchen wurde zur Routine. Am Anfang zählt man die Stunden, dann die Tage, irgendwann die Wochen und ich hoffe bald nur noch Monate und dann überhaupt nicht mehr. Jedem , der kurz vor dem Aufhörentzschluss steht, sollten diese Zeilen Hoffnung geben, dass es wirklich zu schaffen ist.

Jetzt, nachdem zwei Monate vorüber sind, kann ich schon sehr, sehr gelassen auf die Zeit zurücksehen, die ich hinter mir habe. Ich wusste genau, dass die Angelegenheit nach diesem Zeitraum weitgehenst gelaufen ist. Aber wie sehr habe ich mich anfangs danach gesehnt. Ich kann mich noch gut an den Satz erinnern: `Hundert Stunden sind geschafft, wären es denn schon hundert Tage!`.

Hundert Tage habe ich noch nicht, aber keinerlei Zweifel daran, dass ich diese nicht auch noch schaffe.

Götzi, mein kleiner Suchtgnom in meinem Gehirn meldet sich immer mal wieder. Aber er ist sehr, sehr ruhig geworden. So langsam gibt er auf. Interessannterweise ist er urplötzlich wieder da, wenn ich in eine Situation komme, in der ich seit über zwei Monaten nicht mehr war, aber damals eine geraucht habe. Umgehend greife ich in die Tasche um eine Zigarette heraus zu holen, freue mich darauf, um dann festzustellen: Das ist vorbei! Aber auch diese Situationen werden immer seltener und nach und nach aus meinem Gehirn gebrannt.

Allerdings bin ich immer noch nicht giftfrei. Ich nehme ja noch Champix.

In der letzten Zeit habe ich öfter mal  vergessen meine Dosis einzunehmen und jedesmal bemerkt, dass es mir eigentlich gar nichts ausgemacht hat. Deshalb habe ich heute beschlossen, nun dieses Mittel langsam abzusetzen. Für alle, die mehr über Champix wissen wollen, möchte ich nun einmal ausführlich über meine Erfahrungen berichten.

Bevor ich mich für dieses Mittel entschieden habe, habe ich ausführlich im Internet recherchiert, welche Aufhörmethode am meisten Erfolg verspricht. Trotz der erheblichen Warnungen vor Nebenwirkungen habe ich mich dann für Champix entschieden und das ganze als Selbstversuch gesehen. Ich dachte mir, abbrechen kann ich ja immer noch.

Ich begann mit dem Starterpaket (55.-- Euro). Man fängt mit einer leichten Dosis an, die binnen weniger Tage gesteigert wird. Nach einer Woche ist man auf der vollen Dosis und nimmt diese eine weitere Woche lang.

In der ersten Woche raucht man noch normal weiter und sollte dieses aber während der zweiten Woche (volle Dosis) einstellen. Der Effekt von Champix ist, dass das Nikotin während man noch raucht im Suchtzentrum des Gehirns keine Wirkung mehr erzielt.

Tatsächlich verringerte sich meine akute Rauchlust bereits ab dem ersten Einnahmetag. Die Zigaretten schmeckten zwar nach wie vor, aber der Lungenschmand blieb aus. Ich habe die ganzen ersten 14 Tage noch weitergeraucht. Nachdem die eigentliche Sucht aber nicht mehr so stark war, nach und nach reduziert. Am 15.ten Tag habe ich dann fast ganz aufgehört, aber nur fast.

In diesem Blog habe ich das nicht gestanden, aber es ist doch wichtig.

Ich hatte ja schon einmal mit Nikotinpflastern aufgehört. Am Tag X waren aber noch einige Zigaretten übrig. Für meine letzten Rauchertage habe ich damals jeden Tag kurz vor dem Schlafen noch eine einzige letzte Zigarette geraucht, solange bis die letzte Schachtel dann auch leer war. Und diese Zigarette war jedes mal der absolute Hammer. Ich hatte einen Flash durch den ganzen Körper. Ich glaube, das waren die besten Zigaretten, die ich in meinem ganzen Leben geraucht habe.

Diesmal habe ich das gleiche wieder gemacht. Solange ich noch Vorrat hatte, jeden Abend eine Zigarette und zum Schluss auch noch den Zigarillorest. Aber der Flash blieb diesmal aus. Alles war schnell aufgeraucht und es war einfach langweilig. Eindeutig ein Erfolg der Wirkung von Champix.

Mittlerweile nehme ich das Medikament seit insgesamt fast zehn Wochen. Die Monatspackung kostet ca. 100 Euro. Es gibt noch die Möglichkeit, sich ein Re-Import verschreiben zu lassen. Das kostet dann nur 97.-- Euro, aber die Apotheken haben es nich direkt vorrätig.

Ich finde, die Kosten tragen sich locker durch die Einsparungen von nicht mehr gerauchten Zigaretten.

Die Nebenwirkungen halten sich zumindest bei mir ziemlich in Grenzen.

Am Anfang war da eine unendliche Müdigkeit. Mag sein, dass das aber allgemein eine Folge des Nikotinentzuges ist.

Für mich am unangenehmsten war eine wirklich tiefe Übelkeit kurz nach der Einnahme. Aber nicht immer. Sie trat eher bei der Morgendosis auf und ganz schlimm, wenn ich nicht gefrühstückt habe. Die Nachtdosis war meistens harmlos.

Ansonsten habe ich zwar immer wieder von den fürchterlichsten Nebenwirkungen gelesen, aber zumindest ich blieb verschont.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde und auch die EU haben vor kurzen noch mal vor Selbstmordgefahr und Depressionen gewarnt, ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich eher gut drauf bin.

Ebenfalls bei den Nebenwirkungen erwähnt sind die "abnormen Träume". Das kenne ich schon von den Nikotinpflastern. Die sind wirklich heftig, aber auch spannend. Ich werde sie sogar vermissen.

Schlafstörungen sind auch noch ein Faktor, aber mir Champix nicht so ausgeprägt wie mit den Pflastern.

Alles in Allem kann ich Champix als Aufhörhilfe nur empfehlen, auch wenn es den Entzug nur lindert. Aber es macht ihn wirklich einfacher.

Trotzdem will ich jetzt weg von den Tabletten. Und ich weiss noch nicht, ob es ja eventuell auch Champix Entzugserscheinungen gibt. Ich habe heute einfach ein Messer genommen und die Tablette halbiert. Ein paar Tage lang werde ich jetzt nur noch die halbe Dosis nehmen und dann noch ein paar Tage ein Viertel.

Weitere Infos hier in Kürze!





von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung Community: RAUCHERENTWÖHNUNG
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Mittwoch, 6. februar 2008
Nach zweieinhalb Wochen stelle ich nun vermehrt fest, dass ich immer öfters über längere Zeit nicht mehr an das Rauchen denke. Mir sticht nicht einmal mehr jeder Raucher ins Auge.

Götzi verhält sich ebenfalls ziemlich ruhig. Ab und zu randaliert er völlig spontan, aus heiterem Himmel heraus und verlangt nach seinem Stoff. Diese Anfälle sind aber ziemlich rasch wieder vorbei.

Auch spüre ich deutlich. wie sich mein Körper und der Geist mehr und mehr regenerieren. Seit zwei Tagen schlafe ich nicht mehr soviel, weil die Dauermüdigkeit sich zu legen scheint. Die Reha eines ehemaligen Raucherkrüppels macht offensichtlich Fortschritte.

In der Früh muss ich nach wie vor noch Husten, aber in einem wesentlich geringeren Ausmaß. Vor drei Wochen noch hatte ich den ganzen Tag über Dauerhusten.

Psychisch geht es mir ausgezeichnet. Ich habe einige Gewohnheiten in meinem Leben verändert. Ich versuche Stress möglichst zu vermeiden. Anstatt der Zigaretten genieße ich nun auf andere Art.

Nach dem Aufstehen frühstücke ich (das war mir vor kurzem noch völlig fremd). Sobald ich wieder Zeit habe gönne ich mir einen guten Kaffee. Am liebsten von Starbucks.

Ich bin viel unterwegs. Wenn es sich einrichten lässt, sorge ich irgendwo in der Natur für eine Stunde Bewegung. Dabei freue ich mich über meinen wieder gewonnene Geruchssinn und schnuppere nach alen möglichen Düfte. Dazu atme ich die Luft und stelle mir vor, wie wieder vermehrt Sauerstoff durch Lunge und Blutkreislauf in mein Gehirn wandert.

Zu Hause kommt dann der verbesserte Geschmackssinn zum Zuge. Wenn es zeitlich klappt, dann koche ich mir etwas Gutes. Wenn ich weiss, das ich Zeit zum Kochen habe, überlege ich mir schon den ganzen Tag, was ich koche und welche Zutaten ich brauche. Bei weniger Zeit besorge ich mir eine feine Brotzeit. Ein Glas Wein und verschiedene wohlschmeckende Lebensmittel. Vielleicht noch eine Suppe.

Ich esse von Haus aus sehr langsam und lasse jeden Bissen auf der Zunge zergehen. Ein Film aus der Videoethek rundet das ganze ab.

Das ganze klingt ziemlich gefährlich für mein Gewicht. Bis jetzt hält sich das allerdings noch im Rahmen. Ausserdem versuche ich nicht zu fett zu Essen. Den Rest bekomme ich hoffentlich in den nächsten Monaten durch Bewegung in den Griff,

Gerade jetzt im Fasching war ich auch öfters weg und habe Alkohol getrunken. Das ist kein Problem mehr. ich war sogar mehrmals mit netten Raucherinnen vor der Tür und habe gepunktet, weil ich das trotz meiner Entwöhnung so locker genommen habe.

Über Google-Alert habe ich vorhin neue Informationen über eine Warnung der amerikanischen Gesundheitsbehörde vor Champix bekommen. In wenigen Tagen nehme ich dieses Medikament seit fünf Wochen. Dann möchte ich mehr über meine persönlichen Erfahrungen damit berichten.


von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung Community: RAUCHERENTWÖHNUNG
Kommentar hinzufügen Kommentare (1)    empfehlen
Freitag, 1. februar 2008
Wieder einmal ein Tag, von dem ich glaube, dass er der bisher erfolgreichste war. Es geht tatsächlich weiterhin bergauf.

Auch Götzi ist ruhiger geworden.

Götzi heisst so, weil er der kleine Gnom ist, der in meinem Suchtzentrum haust und dem Götzen Nikotin total verfallen ist.

Jahrelang ging es ihm ziemlich gut und es mangelte ihm an nichts. Doch jetzt sind die Zeiten für ihn härter geworden. Am Anfang wurde er ziemlich rabiat, als ich ihm seinen Stoff entzog. Aber jetzt ist er friedlicher geworden und versucht sein Ziel mit anderen Mitteln zu erreichen.

Mein letzter Aufhörversuch scheiterte nach einem halben Jahr, weil ich der Meinung war, ein Zigarillo und ein Glas guten Whisky zum Feierabend, das wäre der pure Genuss und hätte rein gar nichts mit schnödem Zigarettenrauchen zu tun.

Eine Zeit lang funktionierte das sogar. Am Ende qualmte ich aber so viele Zigarillos, dass ich freiwillig wieder auf Zigaretten umstieg um mich nicht gleich umzubringen.

Zwischendurch hatte ich es auch einmal mit Zigarren probiert, die mir aber doch zu heftig waren, sodass ein paar in einer Schublade liegen blieben.

Heute fielen Götzi die Zigarren wieder ein. Schlau wie er ist, versuchte er mich davon zu überzeugen, dass so ein paar Züge von einer Zigarre ja nun wirklich völlig problemlos wären. Insbesonders, weil ich ja sowieso Champix nähme und dadurch eh kein Nikotin in meinem Gekirn andocken könnte.

Ich habe freundlich abgelehnt und die Objekte der Begehrlichkeit zerbröselt. Trocken genug waren sie ja.

Jetzt ist Götzi erst einmal beleidigt und lässt mich seitdem in Ruhe. Mal sehen, was er sich noch so alles einfallen lässt.
von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung Community: RAUCHERENTWÖHNUNG
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Mittwoch, 30. januar 2008
Gestern war ich ziemlich gut gelaunt und richtig verwundert darüber, dass es mir bereits nach zehn Tagen schon wieder so gut geht. Ich musste die Tage wenig arbeiten und hatte gelesen, dass der Körper in der Enrwöhnungsphase, zumindest am Anfang, möglichst viel Ruhe und Erholung braucht. Es ist eben doch wie die Genesung von einer langen, langen Krankheit.

Also habe ich nur gefaulenzt und möglichst viel geschlafen. Ich habe derzeit sowieso Schlafstörungen, was ich durch einen langen Aufenthalt im Bett ausgeglichen habe. Wozu auch aufstehen, wenn es sowieso keine erste Zigarette mehr gibt. Ich hatte auch nicht das geringste schlechte Gewissen.

Am Sonntag war ich sogar fort  habe Freunde getroffen, getrunken und gar nicht so viel an das Rauchen gedacht. Ich hatte das Gefühl, das schlimmste tatsächlich überstanden zu haben.

Gestern war ich dann mit meiner zweiten Tablette schon etwas im Verzug und auf dem Weg nach Hause. Auf dem Heimweg dachte ich mir, ein Bier könnte eigentlich nicht schaden und ich suchte meine Stammkneipe auf. (Manche mögen lästern, aber ich bin nun mal Single und das ist mein zweites Wohnzimmer). Schließlich war ja auch am Vortag alles gut gegangen.

Oh Mann, bereits nach dem ersten Bier, bekam ich so ein massives Rauchverlangen, dass ich mich blitzschnell aus dem Staub und auf den Weg nach Hause machte. Dort nahm ich sofort eine Champix und  vertilgte jede Menge Salzstangen.

Mein Suchtzentrum ist ziemlich hinterlistig. Zuerst wiegt es mich in Sicherheit und schlägt dann gnadenlos zu. Ich fürchte, wir zwei werden noch einige Kämpfe austragen.

Jetzt bleibe ich wieder brav zu Hause.

Generell merke ich aber jeden Tag eine weitere Verbesserung. Mittlerweilen haben auch meine Raucherfreunde bemerkt, dass es mir offensichtlich ernst ist mit meinem Vorhaben und sie zollen mir durchaus Respekt. Wenn ich jetzt vor einem Gebäude durch die dort versammelten, frierenden Raucher gehe, mache ich dies mit erhobenen Kopf. Inzwischen bemitleide ich sie. Ja, ein bisschen stolz bin ich jetzt schon auf mich. Immerhin versuche ich etwas durchzuziehen, was 90% aller Raucher insgeheim auch wollen, nämlich endlich frei vom Qualm zu sein. Sicher elf Tage sind noch nicht die Welt, aber mir kommen sie verdammt lang vor. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich wäre die letzten Tage in Trance gewesen und fange erst langsam an wieder klarer zu denken. Das Rauchenaufhören ist eben ein psychischer Ausnahmezustand. Aber auch das wird sich mit der Zeit regulieren.

Ich esse auch wieder einigermassen normal und achte so nach und nach auf den Fettgehalt der Speisen. Heute war ich eine Stunde Walken und verzichte auf Rolltreppen und Lifte. Schließlich möchte ich es spüren, dass ich wieder mehr Luft bekomme.

von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung Community: RAUCHERENTWÖHNUNG
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Sonntag, 27. januar 2008
Die erste Woche ist jetzt rum. Um das noch einmal kurz zu resümieren:

Am schlimmsten waren die ersten drei Tage. Es war für mich die Hölle. Tag vier und fünf habe ich eine leichte Besserung verspürt. Sechs und sieben waren dann wesentlich cooler.

Mein Körper kämpft mit allen Tricks gegen das Unausweichliche. Vorgestern hatte ich einen Alptraum nach dem Anderen und der Gag dabei war, dass ich jedesmal am Ende des Traums, wenn ich meine Verfolger abgeschüttelt hatte, erst mal eine rauchte (Im Traum wohlgemerkt).

Gestern bin ich zum ersten Mal wieder weggegangen und habe mehr als normal getrunken. Aber es war ein erneuter Härtetest und diesmal war es richtig locker. Ich habe den Leuten zu gesehen, wie sie zum Rauchen gingen und mir dabei meine Gedanken gemacht.

Im Grunde gehen sie auf die Strasse um jetzt eine Zigarette zu geniessen. Das ist schöner und besser als vorher, wo man in der Kneipe ja nur eine nach der anderen geraucht hat, ohne es richtig zu registrieren.

Jetzt gehen sie also raus und freuen sich auf den Genuss. Aber es ist kein freiwilliger Genuss, Sie müssen raus. Wenn sie es nicht tun, dann bekommen sie Probleme. Also stellen sie sich bei Wind und Wetter in`s Freie und glauben, es wäre ihre freier Wille.

Ich beneide sie immer noch. Aber in den Gesprächen bekomme ich auch mit, dass sie mich - den inzwischen langweiligen Exraucher - durchaus auch beneiden.

Am Abend war ich bei meiner Ex-Frau und meiner Tochter zum Essen eingeladen. Das ist immer sehr nett, aber da darf nicht geraucht werden. Somit hatte ich in den letzten Jahren bei solchen Einladungen immer ein schlechtes Gefühl. Oh Gott, da kann ich mindestens drei Stunden lang nicht rauchen. Heute war es mir völlig egal und ein wirklich netter Abend. Allerdings hatte ich mehrmals dan akuten Drang zum Rauchen. Warum? Weil ich immer, wenn ich dort war, irgendwann gehen musste, um endlich zu einer Zigarette zu kommen.

Das war immer noch in meinem Gehirn gespeichert. Beim nächsten mal weiss es, dass sich die Situation geändert hat.

So nach und nach muss mein Suchtzentrum jetzt lernen, dass ich nicht mehr nach seiner Pfeife tanze. Langsam aber sicher wird jede gewohnte Rauchsituation aus dem Gehirn wegradiert. Das dauert und ist mühselig aber es funktioniert.

Deshalb jetzt meine Botschaft an alle Leser dieses Blogs, die noch mit dem Aufhörentschluss kämpfen:

Es sind nur wenige Tage bis man das erste Licht am Ende des Tunnels sieht. Es ist wirklich zu schaffen, endlich wieder die Herrschafft über seinen Körper zu gewinnen!



von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Donnerstag, 24. januar 2008
Einhundert Stunden sind  überstanden, wenn es denn schon hundert Tage wären!

Aber immerhin muss ich feststellen, dass die akuten Rauchwunschattacken seit gestern leichter und weniger geworden sind.

Wenn sie kommen, dann atme ich tief durch und versuche mich abzulenken. Ich lese viel mehr als vorher. Lesen ist eine gute Ablenkungsmethode.

Gestern habe ich erfahren, dass das Haus, in dem ich seit zehn Jahren zur Miete wohne, verkauft werden soll. Und ich fürchte, der Kaufinteressent führt nichts Gutes im Schilde. Eigentlich der klassische Grund, sich hinzusetzen und erst einmal eine Zigarette zu rauchen. Das hätte allerdings die Situation auch nicht geändert. Also habe ich doch darauf verzichtet. Vielleicht ist es sogar gut so. Nachdem sich momentan sowieso alles ändert, warum nicht auch mal wieder einen Tapetenwechsel.

Ja, mein Leben zeigt tatsächlich Anzeichen von Veränderungen.

Ich nutze meine Zeit anders, gehe früher schlafen und meide den Alkohol. In die Kneipe traue ich mich noch nicht so richtig, bleibe brav zu Hause und schaue DVD"s. Irgendwie nicht gerade ein Künstlerleben.

Morgen werde ich mal vorsichtig in meinem Stammlokal vorbeischauen. Mal sehen, ob es jetzt besser geht.

Zumindest kann ich mich über das ersparte Geld freuen. Da ich täglich 40, manchmal auch 50 Zigaretten geraucht habe, habe ich die Ersparnis auf neun Euro am Tag festgelegt, fünf Tage ergeben somit 45 Euro. Dazu kommen 21 Euro, die ich in der Reduktionsphase weniger geraucht habe (5 x 4,20 Euro), macht bereits 66 Euro. Nicht zu vergessen das nicht verbrauchte Geld durch den Kneipenverzicht. Dafür kaufe ich aber mehr gute Lebensmittel ein. Fettarm, aber sonst nur vom Feinsten.

Demgegenüber stehen die Champix-Kosten. 155 Euro für sechs Wochen. Fehlen also noch 89 Euro. Mir bleibt also gar nichts anderes übrig, als noch zehn Tage durchzuhalten um zumindest plus minus null aus der Sache rauszukommen. Allerdings hätte ich dann umsonst gelitten.

Nochmal zu Champix. Ich bin relativ gross und wiege (noch) ca. 100 Kilo. Deshalb vertrage ich Medikamente (wie auch den Alkohol) ziemlich gut. Ich habe das Gefühl, dass die Wirkung des Medikaments bei mir teils sehr gut ist, nach einigen Stunden aber nachlässt und ich doch heftige Entzugserscheinungen verspüre. Wenn es so ist, wäre es aber auch nicht so schlimm. Vielleicht verspüre ich deshalb keine Nebenwirkungen und das Absetzen von Champix ist dann eventuell auch problemloser.

Auf jeden Fall bin ich immer noch gut motiviert und habe nicht vor aufzugeben. Die Freundin von mir, die mit mir zusammen aufhört, meinte heute, dass sie gestern am liebsten in aller Öffentlichkeit eine Zigarette geraucht hätte. Dazu hätte sie sich ein Schild um den Hals gehängt:" Ich rauche gerne!". Aber sie ist noch dabei.

Überhaupt fallen mir momentan überall die Raucher auf. Als wenn sie es alle absichtlich täten, um mich wieder in ihren Kreis zurückzuholen. Wie eine eingeschworene Sekte. Ich kann hinsehen wo ich will. Irgendjemand zündet sich immer eine Zigarette an und lässt genüsslich den Rauch durch seine Lunge ziehen. Eigentlich müsste ich die Armen, die da in Grüppchen vor den Büros und Lokalen stehen, fürchterlich bedauern. Aber noch beneide ich sie.





von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Dienstag, 22. januar 2008
Gleich ist der dritte Tag vollbracht. Jeden Tag wurde es ein bisschen leichter, ist aber doch noch ganz schön heftig.

Am einfachsten ist es nach dem Aufstehen. Plötzlich habe ich viel mehr Zeit.Ich bleibe einfach länger liegen.

Später geht es dann wieder los mit diesen klassischen Rauchsituationen. Und der Drang zur Zigarette wird dann immer unheimlich stark, vergeht aber auch wieder.

Gestern dacht ich, ich mache den Härtetest und gehe doch in meine Stammkneipe. Die haben einen offenen Kamin und wir haben Würstl gegrillt , sowie Kartoffeln und Gemüse. Dadurch war ich eigentlich ganz gut mit Essen beschäftigt. Und da ja das Rauchverbot herrscht, war ich nicht direkt mit Tabakqualm konfrontiert. Trotzdem war es die Hölle. Ich habe regelrecht gelitten. Das mit dem Essen ist auch ein Teufelskreis. Nicht nur, dass es dick macht, sondern danach bräuchte man ja eigentlich eine Zigarette. Weil es die nicht gibt, isst man wieder was und wieder keine Zigarette.

Zumindest habe ich diesmal von Anfang an darauf verzichtet zuviel zu knabbern. Das bringt eh nicht viel. Beim letzten mal hat mir nach ein paar Tagen der Kiefer weh getan, weil ich ununterbrochen Kaugummi gekaut oder irgendetwas gefuttert habe.

Jetzt gehe ich erst mal ein paar Tage nicht mehr weg. Die Kneipe ist einfach zu intensiv mit der Kippe verzahnt.

Was diese Raucherei für eine verdammte Sucht ist, merkt man im Grunde erst so richtig, wenn man versucht es zu lassen. Klar, solange man rauchen kann, hat man ja auch keine Probleme. Das gemeine ist, dass es so unglaublich einfach wäre die Entzugsleiden zu beenden. Überall gibt es Zigaretten.

Es wird besser werden, ich weiss es genau.

Es gibt aber auch positives zu berichten. So hat sich mein Husten wesentlich gebessert. Und ich hatte bereits heute schon interessante neue Düfte in der Nase. Plötzlich roch ich auch den Rauch an Rauchern, die kurz vorher eine geraucht hatten. Das war völlig neu für mich.

Körperlich fühle ich mich auch schon fitter und bilde mir ein, ich würde mehr Luft bekommen.

Noch was zu Champix. Inzwischen merke ich keinerlei Nebenwirkungen mehr. Auch die Müdigkeit ist weniger geworden.

So jetzt werde ich wieder bald ins Bett gehen um der Letzten Versuchung zu wiederstehen.



von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Samstag, 19. januar 2008
Medizinisch wird das Rauchen ja als chronische Krankheit definiert. Somit ist heute nein erster Genesungstag. Und da man bei einer Genesung möglichst  viel schlafen soll, bin ich den ganzen Tag im Bett geblieben. Es gab ja keinen zwingenden Grund aufzustehen. Schon gar nicht die erste Zigarette.

Irgendwann habe ich mir dann ein Frühstück gemacht. Das ist was völlig Neues für mich. Bisher habe ich nach dem Aufstehen erst einmal eine geraucht, geduscht und dann noch mal eine geraucht. Anschliessend habe ich meine Wohnung verlassen und geabeitet. Irgendwann habe ich mir unterwegs mal was zum Essen besorgt und wenn ich Zeit hatte einen Kaffee gegönnt. Natürlich mit einer Zigarette.

Heute habe ich also gefrühstückt. Sicherheitshalber mit Tee. Nach dem Essen war sie aber sofort da, die Lust zu rauchen. Später musste ich doch noch was arbeiten und war unterwegs.Laufend war ich mit den beliebten Situationen konfontriert, in den ich mir noch gesterm eine Zigarette angezündet hätte. Es gibt ja fast keine Situation, die nicht irgendwie mit dem Rauchen in Verbindung steht. Ich habe sie bis jetzt alle überwunden. Nach einer bestimmten Zeit ist die akute Lust wieder vorbei.

Mein Gehirn muss jetzt lernen, dass eben in diesen Momenten nicht mehr geraucht wird. Aus Erfahrung weiss ich, dass das dann mit der Zeit immer leichter wird. Irgendwie ist es wie beim Liebeskummer. Am Anfang denkt man ununterbrochen daran und bekommt es gar nicht mehr aus dem Kopf. So nach und nach kann man zwischendurch auch mal wieder an was Anderes denken. Irgendwann dreht sich das dann um und man denkt immer weniger daran. Die Zeit arbeitet also für mich.

Ich habe heute relativ viel gehustet, mag sein. dass das noch mit dem relativ starken Zigarettenkonsum von gestern zusammenhängt. Vielleicht beginnen aber meine Flimmerhärchen wieder zu arbeiten. Diese sind normalerweise für die Entfernung von Fremdkörpern aus der Kunge zuständig. Vom Rauch werden sie allerdings gelähmt. Eine bestimmte Zeit nach der letzten Zigarette werden sie wieder aktiv und beginnen die Lunge zu reinigen.

Eine Freundin von mir hat heute ebenfalls das Rauchen eingestellt. Sie nimmt Nikotinpflaster. Wir haben vorhin miteinander telefoniert. Sie hatte sehr schlechte Laune. Ich bin eigentlich bis jetzt ganz gut gelaunt und freue mich, dass ich einen Schritt weiter zur Befreiung von dem Joch Nikotin gekommen bin.

Ich habe mir einen Film geholt und werde jetzt etwas Essen.

Vielleicht wage ich mich später noch in die Höhle des Löwen und gehe ein Bier trinken. Das wäre dann die härteste Prüfung. Allerdings möchte ich mir vom Nikotin, oder besser gesagt, den Verzicht darauf, meine sozialen Kontakte nicht vermiesen lassen.

Inzwischen habe ich es mir doch anders überlegt und bin zu Hause geblieben. Das erschien mir jetzt doch sicherer. Dafür knabbere ich Salzstangen.

Interessanterweise wurde mir heute nach der Einnahme von Champix nicht mehr übel. Vielleicht hängt das auch mit dem Nichtrauchen zusammen. Ich glaube ohne die Tabletten hätte ich den heutigen Tag nicht so gut überstanden. Ich bin richtig zufrieden.

Jetzt werde ich möglichst bald ins Bett gehen. Somit wäre Tag X geschafft.








von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Samstag, 19. januar 2008
Ich komme gerade aus der Kneipe. Ich habe getrunken und vor der Tür geraucht. Ja, jetzt ist es soweit, die letzten Zigaretten sind angesagt. Normalerweise rauche ich in meiner Wohnung nur am Fenster aber jetzt habe ich den Aschenbecher neben den Computer gestellt, das ist nun wirklich egal.

Im Grunde ist es unglaublich. So eine Zigarette hat in der Regel 0,5 Milligramm Nikotin. Und diese mega-winzige Menge ist in der Lage unser ganzes Leben zu steuern.

Allerdings hatte ich heute noch ein interessantes Erlebnis. Normalerwise rauche ich sehr wenig im Auto, Heute musste ich, bevor ich mich auf den Heimweg machte, noch tanken. Die Fahrt nach Hause dauert ca. 40 Minuten und ich dachte mir, gleich nach dem Tanken zünde ich mir noch eine Zigarette an. Während der Fahrt habe ich permanent ab das Rauchenaufhören gedacht und am Ziel musste ich feststellen, dass ich total vergessen hatte, eine zu rauchen, Das schreibe ich dem Champix zu gute. Die richtige körperliche Sucht ist wirklich nicht mehr vorhanden - auch jetzt nicht, aber jetzt ist eher Nostalgie gefragt. Es heisst nun einfach Abschied nehmen.

Jetzt wo ich dies schreibe wird mir noch einmal bewusst, dass ich mich in wenigen Minuten aus einer wirklich lieb gewonnenen Gewohnheit verabschiede. Raus aus der eingeschworenen Gemeinde der Raucher. Andererseits habe ich die Zeiten als Nichtraucher auch erlebt und es ist wirklich Freiheit von der Knechtschaft des Nikotins.

Ein Zurück gibt es sowieso nicht mehr. Ich habe mich viel zu weit aus dem Fenster gehängt und Öffentlichkeit geschaffen. Zum Einen dieser Blog und zum Anseren wissen natürlich auch alle Freunde etc. auch bescheid. Wer weiss. wie viele sich tierisch freuen würden, wenn ich es jetzt nicht schaffen würde.

OK, jetzt noch eine letzte Zigarette (Oder vielleicht auch zwei) und dann Augen zu und durch!
von volkerwinter veröffentlicht in: Raucherentwöhnung
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen

Über diesen Blog

Kalender

Juli 2008
M D M D F S S
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31      
<< < > >>
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden