Medizinisch wird das Rauchen ja als chronische Krankheit definiert. Somit ist heute nein erster Genesungstag. Und da man bei einer Genesung möglichst viel schlafen soll, bin ich den ganzen
Tag im Bett geblieben. Es gab ja keinen zwingenden Grund aufzustehen. Schon gar nicht die erste Zigarette.
Irgendwann habe ich mir dann ein Frühstück gemacht. Das ist was völlig Neues für mich. Bisher habe ich nach dem Aufstehen erst einmal eine geraucht, geduscht und dann noch mal eine geraucht.
Anschliessend habe ich meine Wohnung verlassen und geabeitet. Irgendwann habe ich mir unterwegs mal was zum Essen besorgt und wenn ich Zeit hatte einen Kaffee gegönnt. Natürlich mit einer
Zigarette.
Heute habe ich also gefrühstückt. Sicherheitshalber mit Tee. Nach dem Essen war sie aber sofort da, die Lust zu rauchen. Später musste ich doch noch was arbeiten und war unterwegs.Laufend war ich
mit den beliebten Situationen konfontriert, in den ich mir noch gesterm eine Zigarette angezündet hätte. Es gibt ja fast keine Situation, die nicht irgendwie mit dem Rauchen in Verbindung steht.
Ich habe sie bis jetzt alle überwunden. Nach einer bestimmten Zeit ist die akute Lust wieder vorbei.
Mein Gehirn muss jetzt lernen, dass eben in diesen Momenten nicht mehr geraucht wird. Aus Erfahrung weiss ich, dass das dann mit der Zeit immer leichter wird. Irgendwie ist es wie beim
Liebeskummer. Am Anfang denkt man ununterbrochen daran und bekommt es gar nicht mehr aus dem Kopf. So nach und nach kann man zwischendurch auch mal wieder an was Anderes denken. Irgendwann dreht
sich das dann um und man denkt immer weniger daran. Die Zeit arbeitet also für mich.
Ich habe heute relativ viel gehustet, mag sein. dass das noch mit dem relativ starken Zigarettenkonsum von gestern zusammenhängt. Vielleicht beginnen aber meine Flimmerhärchen wieder zu arbeiten.
Diese sind normalerweise für die Entfernung von Fremdkörpern aus der Kunge zuständig. Vom Rauch werden sie allerdings gelähmt. Eine bestimmte Zeit nach der letzten Zigarette werden sie wieder aktiv
und beginnen die Lunge zu reinigen.
Eine Freundin von mir hat heute ebenfalls das Rauchen eingestellt. Sie nimmt Nikotinpflaster. Wir haben vorhin miteinander telefoniert. Sie hatte sehr schlechte Laune. Ich bin eigentlich bis jetzt
ganz gut gelaunt und freue mich, dass ich einen Schritt weiter zur Befreiung von dem Joch Nikotin gekommen bin.
Ich habe mir einen Film geholt und werde jetzt etwas Essen.
Vielleicht wage ich mich später noch in die Höhle des Löwen und gehe ein Bier trinken. Das wäre dann die härteste Prüfung. Allerdings möchte ich mir vom Nikotin, oder besser gesagt, den Verzicht
darauf, meine sozialen Kontakte nicht vermiesen lassen.
Inzwischen habe ich es mir doch anders überlegt und bin zu Hause geblieben. Das erschien mir jetzt doch sicherer. Dafür knabbere ich Salzstangen.
Interessanterweise wurde mir heute nach der Einnahme von Champix nicht mehr übel. Vielleicht hängt das auch mit dem Nichtrauchen zusammen. Ich glaube ohne die Tabletten hätte ich den heutigen Tag
nicht so gut überstanden. Ich bin richtig zufrieden.
Jetzt werde ich möglichst bald ins Bett gehen. Somit wäre Tag X geschafft.