Die erste Woche ist jetzt rum. Um das noch einmal kurz zu resümieren:
Am schlimmsten waren die ersten drei Tage. Es war für mich die Hölle. Tag vier und fünf habe ich eine leichte Besserung verspürt. Sechs und sieben waren dann wesentlich cooler.
Mein Körper kämpft mit allen Tricks gegen das Unausweichliche. Vorgestern hatte ich einen Alptraum nach dem Anderen und der Gag dabei war, dass ich jedesmal am Ende des Traums, wenn ich meine
Verfolger abgeschüttelt hatte, erst mal eine rauchte (Im Traum wohlgemerkt).
Gestern bin ich zum ersten Mal wieder weggegangen und habe mehr als normal getrunken. Aber es war ein erneuter Härtetest und diesmal war es richtig locker. Ich habe den Leuten zu gesehen, wie sie
zum Rauchen gingen und mir dabei meine Gedanken gemacht.
Im Grunde gehen sie auf die Strasse um jetzt eine Zigarette zu geniessen. Das ist schöner und besser als vorher, wo man in der Kneipe ja nur eine nach der anderen geraucht hat, ohne es richtig zu
registrieren.
Jetzt gehen sie also raus und freuen sich auf den Genuss. Aber es ist kein freiwilliger Genuss, Sie müssen raus. Wenn sie es nicht tun, dann bekommen sie Probleme. Also stellen sie sich bei Wind
und Wetter in`s Freie und glauben, es wäre ihre freier Wille.
Ich beneide sie immer noch. Aber in den Gesprächen bekomme ich auch mit, dass sie mich - den inzwischen langweiligen Exraucher - durchaus auch beneiden.
Am Abend war ich bei meiner Ex-Frau und meiner Tochter zum Essen eingeladen. Das ist immer sehr nett, aber da darf nicht geraucht werden. Somit hatte ich in den letzten Jahren bei solchen
Einladungen immer ein schlechtes Gefühl. Oh Gott, da kann ich mindestens drei Stunden lang nicht rauchen. Heute war es mir völlig egal und ein wirklich netter Abend. Allerdings hatte ich mehrmals
dan akuten Drang zum Rauchen. Warum? Weil ich immer, wenn ich dort war, irgendwann gehen musste, um endlich zu einer Zigarette zu kommen.
Das war immer noch in meinem Gehirn gespeichert. Beim nächsten mal weiss es, dass sich die Situation geändert hat.
So nach und nach muss mein Suchtzentrum jetzt lernen, dass ich nicht mehr nach seiner Pfeife tanze. Langsam aber sicher wird jede gewohnte Rauchsituation aus dem Gehirn wegradiert. Das dauert und
ist mühselig aber es funktioniert.
Deshalb jetzt meine Botschaft an alle Leser dieses Blogs, die noch mit dem Aufhörentschluss kämpfen:
Es sind nur wenige Tage bis man das erste Licht am Ende des Tunnels sieht. Es ist wirklich zu schaffen, endlich wieder die Herrschafft über seinen Körper zu gewinnen!