Jetzt habe ich schon eine lange Zeit nichts mehr in diesem Blog geschrieben.
Das liegt daran, dass es mir einfach nicht mehr so wichtig ist. Die dramatische Anfangsphase ist überstanden und das Nichtrauchen wurde zur Routine. Am Anfang zählt man die Stunden, dann die
Tage, irgendwann die Wochen und ich hoffe bald nur noch Monate und dann überhaupt nicht mehr. Jedem , der kurz vor dem Aufhörentzschluss steht, sollten diese Zeilen Hoffnung geben, dass es wirklich
zu schaffen ist.
Jetzt, nachdem zwei Monate vorüber sind, kann ich schon sehr, sehr gelassen auf die Zeit zurücksehen, die ich hinter mir habe. Ich wusste genau, dass die Angelegenheit nach diesem Zeitraum
weitgehenst gelaufen ist. Aber wie sehr habe ich mich anfangs danach gesehnt. Ich kann mich noch gut an den Satz erinnern: `Hundert Stunden sind geschafft, wären es denn schon hundert Tage!`.
Hundert Tage habe ich noch nicht, aber keinerlei Zweifel daran, dass ich diese nicht auch noch schaffe.
Götzi, mein kleiner Suchtgnom in meinem Gehirn meldet sich immer mal wieder. Aber er ist sehr, sehr ruhig geworden. So langsam gibt er auf. Interessannterweise ist er urplötzlich wieder da, wenn
ich in eine Situation komme, in der ich seit über zwei Monaten nicht mehr war, aber damals eine geraucht habe. Umgehend greife ich in die Tasche um eine Zigarette heraus zu holen, freue mich
darauf, um dann festzustellen: Das ist vorbei! Aber auch diese Situationen werden immer seltener und nach und nach aus meinem Gehirn gebrannt.
Allerdings bin ich immer noch nicht giftfrei. Ich nehme ja noch Champix.
In der letzten Zeit habe ich öfter mal vergessen meine Dosis einzunehmen und jedesmal bemerkt, dass es mir eigentlich gar nichts ausgemacht hat. Deshalb habe ich heute beschlossen, nun dieses
Mittel langsam abzusetzen. Für alle, die mehr über Champix wissen wollen, möchte ich nun einmal ausführlich über meine Erfahrungen berichten.
Bevor ich mich für dieses Mittel entschieden habe, habe ich ausführlich im Internet recherchiert, welche Aufhörmethode am meisten Erfolg verspricht. Trotz der erheblichen Warnungen vor
Nebenwirkungen habe ich mich dann für Champix entschieden und das ganze als Selbstversuch gesehen. Ich dachte mir, abbrechen kann ich ja immer noch.
Ich begann mit dem Starterpaket (55.-- Euro). Man fängt mit einer leichten Dosis an, die binnen weniger Tage gesteigert wird. Nach einer Woche ist man auf der vollen Dosis und nimmt diese eine
weitere Woche lang.
In der ersten Woche raucht man noch normal weiter und sollte dieses aber während der zweiten Woche (volle Dosis) einstellen. Der Effekt von Champix ist, dass das Nikotin während man noch raucht im
Suchtzentrum des Gehirns keine Wirkung mehr erzielt.
Tatsächlich verringerte sich meine akute Rauchlust bereits ab dem ersten Einnahmetag. Die Zigaretten schmeckten zwar nach wie vor, aber der Lungenschmand blieb aus. Ich habe die ganzen ersten 14
Tage noch weitergeraucht. Nachdem die eigentliche Sucht aber nicht mehr so stark war, nach und nach reduziert. Am 15.ten Tag habe ich dann fast ganz aufgehört, aber nur fast.
In diesem Blog habe ich das nicht gestanden, aber es ist doch wichtig.
Ich hatte ja schon einmal mit Nikotinpflastern aufgehört. Am Tag X waren aber noch einige Zigaretten übrig. Für meine letzten Rauchertage habe ich damals jeden Tag kurz vor dem Schlafen noch eine
einzige letzte Zigarette geraucht, solange bis die letzte Schachtel dann auch leer war. Und diese Zigarette war jedes mal der absolute Hammer. Ich hatte einen Flash durch den ganzen Körper. Ich
glaube, das waren die besten Zigaretten, die ich in meinem ganzen Leben geraucht habe.
Diesmal habe ich das gleiche wieder gemacht. Solange ich noch Vorrat hatte, jeden Abend eine Zigarette und zum Schluss auch noch den Zigarillorest. Aber der Flash blieb diesmal aus. Alles war
schnell aufgeraucht und es war einfach langweilig. Eindeutig ein Erfolg der Wirkung von Champix.
Mittlerweile nehme ich das Medikament seit insgesamt fast zehn Wochen. Die Monatspackung kostet ca. 100 Euro. Es gibt noch die Möglichkeit, sich ein Re-Import verschreiben zu lassen. Das kostet
dann nur 97.-- Euro, aber die Apotheken haben es nich direkt vorrätig.
Ich finde, die Kosten tragen sich locker durch die Einsparungen von nicht mehr gerauchten Zigaretten.
Die Nebenwirkungen halten sich zumindest bei mir ziemlich in Grenzen.
Am Anfang war da eine unendliche Müdigkeit. Mag sein, dass das aber allgemein eine Folge des Nikotinentzuges ist.
Für mich am unangenehmsten war eine wirklich tiefe Übelkeit kurz nach der Einnahme. Aber nicht immer. Sie trat eher bei der Morgendosis auf und ganz schlimm, wenn ich nicht gefrühstückt habe. Die
Nachtdosis war meistens harmlos.
Ansonsten habe ich zwar immer wieder von den fürchterlichsten Nebenwirkungen gelesen, aber zumindest ich blieb verschont.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde und auch die EU haben vor kurzen noch mal vor Selbstmordgefahr und Depressionen gewarnt, ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich eher gut drauf bin.
Ebenfalls bei den Nebenwirkungen erwähnt sind die "abnormen Träume". Das kenne ich schon von den Nikotinpflastern. Die sind wirklich heftig, aber auch spannend. Ich werde sie sogar vermissen.
Schlafstörungen sind auch noch ein Faktor, aber mir Champix nicht so ausgeprägt wie mit den Pflastern.
Alles in Allem kann ich Champix als Aufhörhilfe nur empfehlen, auch wenn es den Entzug nur lindert. Aber es macht ihn wirklich einfacher.
Trotzdem will ich jetzt weg von den Tabletten. Und ich weiss noch nicht, ob es ja eventuell auch Champix Entzugserscheinungen gibt. Ich habe heute einfach ein Messer genommen und die Tablette
halbiert. Ein paar Tage lang werde ich jetzt nur noch die halbe Dosis nehmen und dann noch ein paar Tage ein Viertel.
Weitere Infos hier in Kürze!